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Alain Bieber - Jaap Blonk 1
Alain Bieber - Düsseldorf - Brenner-Wilczek - Haus der Universität - Cut-up-Texten - Cabaret - NRW-Forum - Dada - Blonk - Heine-Institut - Ausstellungen - Voltaire - Pullover - Zugabe - Zugabe - NRW - Horst - Katze - England - Leiter - Stille - RP - Internet - Ehrenhof - Zeitgenosse - 2015 - Elektronikband - Füllner - Heine-Leser - Internetstadl
Auch Stille kann Zugaben erzwingen Düsseldorf. Im Haus der Universität wurde der Geburt von Dada vor 100 Jahren gedacht. Von Thomas Hag Hundert Jahre ist es her, dass sich in der Zürcher Kneipe Cabaret Voltaire schräge Vögel trafen. Lautgedichte, parodistische Manifeste und Lust am Unsinn verbanden sie. Die Künstler tanzten unter dem Namen Dada nur wenige Sommer lang, doch ihr Einfluss blieb enorm. Denn die radikalen Positionen, die Dada vertrat, fanden auch Jahrzehnte später noch ihren Widerhall, Jetzt, zum 100-Jahr-Jubiläum, wird der wilden Mixtur verstärkt gedacht, so auch im Haus der Universität. Und weil es so nahe liegt, gedachte man auch des französischen Komponisten Erik Satie, der jetzt 150 Jahren würde. Das passt zusammen, denn beide pflegten einen stilbildenden Umgang mit der Avantgarde; hinter dem Spielerischen, ja fast heiteren Ansatz verbirgt sich ein tiefes Misstrauen gegenüber den etablierten Künstlern, die mit dem Ersten Weltkrieg ihre Unschuld verloren hatten. Am Anfang steht das gesprochene Wort, genauer gesagt die Prélude, unter anderen mit Karin Füllner vom Heine Institut. Jaap Blonk hat die Dada-Dichtung ins Hier und Jetzt gerettet, Virtuosität lässt die Gedanken an Museumsstücke verfliegen. Obwohl, einlassen muss man sich schon, will man die "Wut des Niesens" von Kurt Schwitters goutieren. Auch lernte man Satie und seine Zeitgenossen kennen und war erstaunt, welche Einflüsse sich hier zeigen, etwa in den Kompositionen Erwin Schulhoffs. "Ragtime" übernimmt populäre Strukturen, aber wie trunken rollt das Klavier (Yaoxin Chen) vor sich her! Populäre Melodik und das Aufbrechen der alten Strukturen stehen nebeneinander. Vor der Pause gibt Jun Zhao (Klavier) ein Stück von John Cage, das den Einfluss von Dada auf die Avantgarde zeigt. 4´33 besteht aus Nichts, aus Stille und wurde von den Zuhörern im Geist der Geste mit "Zugabe"-Rufen bedacht. Überhaupt lassen sich viele Spuren finden. So hieß eine Elektronikband aus England Cabaret Voltaire, spielten die Talking Heads "I Zimbra" nach einem Text von Hugo Ball. Von Satie stammt die "möblierte Musik", die bei Brian Eno als "Ambient music" auftaucht. Und das Ausschneiden gedruckter Texte, wie sie Tristan Tzara empfahl, findet sich in den Cut-up-Texten eines William S. Burroughs wieder. Ein Mann für digitale Querschnitte Düsseldorf. Alain Bieber, Leiter des NRW-Forums, stellte sich im Heine-Institut vor. Von Claus Clemens Seit April 2015 ist Alain Bieber künstlerischer Leiter und Direktor des NRW-Forums. Und er will Gerüchte über Schließungen am Ehrenhof dauerhaft verbannen. "Das NRW-Forum ist ein internationales Kulturzentrum mit den Schwerpunkten zeitgenössische Fotografie, Kunst, Design, Architektur, Popkultur und Kreativwirtschaft - eine lebendige Ideenfabrik für die ganze Familie." So heißt es im Internetauftritt des Hauses. Jetzt stellte sich der 1978 in Wesel geborene Deutsch-Franzose im Heine-Institut den Fragen von Sabine Brenner-Wilczek in der Reihe "Eine Stunde mit..." Das Ausplaudern persönlicher Details liegt Bieber nicht sehr. In Kürze: Rhetorikstudium in Tübingen am Lehrstuhl von Walter Jens, literarische Vorlieben bei Celan und Kafka, eher geringe Kenntnis vom Werk Heines. Lebendiger wird der frühere "Arte"- Journalist bei seiner Arbeit im NRW-Forum. Dem Kassenpersonal bot er an, auf Pullovern Berufe zu reklamieren, die nicht der Wahrheit entsprechen - so die Bezeichnung "Direktor". Er selbst trug damals einen Pullover mit Katze. "Militär, Sex und Katzen haben das Internet groß gemacht", weiß Bieber und kündigt noch für Februar ein "Catvideo"-Festival an. Beworben wird es mit einem Foto, auf dem sich ein rötlich-hell gestreifter Kater selbstbewusst auf einem grünen Plastikstuhl fläzt. Das Festival wird, in Kooperation mit der "Rheinischen Post, mit der Verleihung des "Golden Kitty Award" enden. Die neue monatliche Veranstaltungsreihe "Internetstadl" soll in die digitale Zukunft einführen. Yami-Ichi, Cat Content, Trailblazers, Bring Your Own Beamer, Soylent? Wem diese Begriffe Neuland sind, dem kann geholfen werden. "Einmal im Monat können Besucher den Kitsch, den Spaß, den Wahnsinn, die Innovation und Genialität digitaler Querdenker erleben", verspricht der Leiter. Bieber begreift digitale Kunst als psychologische Maßnahme. Zunächst wird es am Ehrenhof um große Fotografie gehen. Vom 12. Februar an wird die Ausstellung "Horst - Photographer of Style" Arbeiten von Horst P. Horst zeigen. Der 1999 gestorbene Fotograf wurde durch seine Fotos für die "Vogue" und für Porträts berühmter Zeitgenossen bekannt. http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/kultur/auch-stille-kann-zugaben-erzwingen-aid-1.5739384 http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/kultur/ein-mann-fuer-digitale-querschnitte-aid-1.5739383 https://www.carlstadt.de/eine-stunde-mitalain-bieber-im-heinrich-heine-institut-02-februar-2016/

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