cultrd.tv logo

move

Schauspielhaus Düsseldorf - Podiumsdiskussion - Unklarheiten um Schließung und ...
Podiumsdiskussion - Schauspielhaus Düsseldorf - Architektur-Ikone - Kö-Bogen - Thomas Geisel - Christoph Ingenhoven - Basis-Sanierung - Michael Köhler - Schließung - Wilfried Schulz - Bewegtbild-Beitrag - Bernd Neuendorf - Schadowstr - Schadowstr - Außensanierung - Stadtbezirksprojekt - Haupt-Spielstätte - Neuendorf - Ausweichspielstätte - Denkvorstoß - Verweis - Problematik - Gustaf-Gründgens-Platz - Schauspielhaus Wien - Projekt - Architektur - Geisel - Phase - Intendant
Zu einer Podiumsdiskussion lud der Intendant des Schauspielhaus Düsseldorf, Wilfried Schulz, die Herren Michael Köhler (WDR, Moderation), OB Thomas Geisel, Architekt Christoph Ingenhoven und Bernd Neuendorf (NRW Ministerium) in die derzeitige Ausweichstätte des Schauspielhauses (Central an der Worringerstr) ein.

Dieser erste (fragmentarische) Beitrag gibt die erste Phase der Podiumsdiskussion wieder, in der die grundlegenden Fakten und Aspekte benannt wurden, die den derzeitigen Stand der Dinge umfassen. Da Anlass besteht, die Problematik übergreifend zu behandeln und auf das Geschehen im Düsseldorfer Kulturbetrieb insgesamt zu beziehen macht es Sinn, über die Ergebnisse der Podiumsdiskussion umfassend und lohnend in mindestens 3 Artikeln zu berichten.

Läßt sich der Stand der Dinge schon jetzt kommentieren ?

Wohl aus Sicht des Intendanten wurde diese Podiumsdiskussion notwendig, da die öffentliche Debatte um die vorübergehende Schließung des Schauspielhauses am Gustav-Gründgens-Platzes durch kolportierte in verschiedenen Medien veröffentlichte Interpretationen von "Denkvorstössen" des Düsseldorfer OBs hinsichtlich eines möglichen Abrisses und einhergehenden Neubaus an anderem Ort nicht nur an Spannung gewann, sondern auch zu Irritationen in der Öffentlichkeit führte.

Die vorgegebene Problematik mag komplex erscheinen: das Düsseldorfer Schauspielhaus (1971 eröffnet, Grundsteinlegung 1965, damalige Kosten ca. 40 Millionen DM, "Ikone der Architektur") wird in der ersten Phase saniert ("technische Innensanierung", "Basis-Sanierung"), die zweite Phase der "Außensanierung" steht noch an (resp. ist Diskussions / Entscheidungsgegenstand in den jeweiligen Gremien) und zugleich soll die Umsetzung der Planung des Koe-Bogens 2 starten - ein umfassendes städtebauliches Projekt, welches nach Abschluss des Kö-Bogens 1 ( Verweis Kö-Bogen 1 ) zentrale stadt-räumliche Situation am Ende der Königsalle und der Schadowstr ( Verweis Ingenvoven ) neu gestalten wird.

Der eifrig, emsig und zirkelnd wirkende neue Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, Wilfried Schulz (angereist aus Dresden: Verweis Schulz ) sieht sich nun in einer prekären Situation gefordert, die für ihn gekennzeichnet ist duch

eine fehlende Haupt-Spielstätte, eben dem Schauspielhaus,
einer Ausweichspielstätte, die mehr eine Probe- und Experimentierbühne darstellt - und -
wohl das Wesentliche: währenden Unwägbarkeiten und Unsicherheiten

in der weiteren team-bildenden und -haltenden Planung, der weiteren allgemeinen Organisation, des weiteren operativen Bühnengeschehens, der weiteren Planung und Aufrechterhaltung der Spielzeit etc. etc.

Es hat den Anschein, er setze entsprechend seinem selbstgesteckten Ziel - der Umsetzung eines "bürgernahen Sprechtheaters" - eben dem/der "Bürgertheater/bühne" - auch auf Transparenz und Öffentlichkeits(mit)wirkung. Insofern ist zu verstehen, dass er eine Podiumsdiskussion bemüht, um den Versuch zu unternehmen, Klarheit in die bestehende Situation zu bringen und die Öffentlichkeit zum einen zu informieren und zum anderen möglicherweise in der Auseinandersetzung mit den im Gesamtprozess involvierten Partnern, Entscheidunsgträgern und Mitwirkenden lösungsorientierte Ansätze zu diskutieren - zumindest zu präsentieren - d.h. so wie er sagt: den offenen "freien Diskurs" zu führen.

Mögliche Folgerung ... und wie es weitergeht

Wie dem auch sein - bei dem Projekt Düsseldorfer Schauspielhaus in Kopplung mit dem Projekt Kö-Bogen 2 handelt es sich nicht um ein Stadtbezirksprojekt preiswerter Klasse. Es geht hier um mehr - es sind Dimensionen, die das Haushalts-Budget einer deutschen mittelgroßen Stadt duchaus sprengen können / könnten - auch wenn das jeweilige Bundesland (in dem Falle NRW) als finanztechnischer Absicherer, Beteiligter und Mitwirker zur Seite steht. Die Kulturstadt Düsseldorf greift ein solches Projekt großer Dimension auf - Kultur (das Schauspielhaus) wird verbunden (über die städtebauliche Integration) mit einem großen konsumorientierten Projekt (eben dem Kö-Bogen 2) - dies zieht komplex verzweigte Finanz-Strömungen, -Abhängigkeiten und -Verantwortlichkeiten nach und mit sich - und diese wiederum taktisch strategiebedingte Aktionen der Beteiligten auf höherem politischem bzw. wirtschaftlich materiellem Niveau. Die immer wieder denkbare Frage wäre nur, wer in diesem komplexen Verbund und Gemisch aus marktwirtschaftlich wirkendem Investitions-Interesse und Kommunal-, Kultur- und Landespolitik instrumentalisert werden kann - und das an seinem eigenen Interesse vorbei.

( Der erste Bewegtbild-Beitrag (von dreien) liefert vorerst den Stand der Dinge bzgl. der bestehenden Schließung / Sanierung der Architektur-Ikone Schauspielhaus und deutet die Kopplung zum Kö-Bogen-Projekt an. Die komplexe Problematik und insbesondere die Erörterung der Wechselwirkungen zwischen kultur- und kommunalpolitischem Handeln auf der einen und marktwirtschaftlichem Agieren auf der andern Seite erfodert die lohnende Abhandlung in Form von mindesten drei Beiträgen. )

Die Protagonisten ... wie sie wirken und was sie sagen (in der ersten Diskussionsphase)

Der Moderator Michael Köhler wirkte in seiner Moderation immer wieder mal andeutungsweise anzüglich und tendenziös, insbesondere in den Fragen an OB Geisel - dies mag unter Entertainment-Gesichtspunkten und zur Belustigung der geladenen Gäste gerechtfertigt sein - erscheint aber im sachlich aufgezeigten Kontext als unnötig - ein mit Mehrheit gewählter OB muss nicht vorgeführt werden, nur weil er städtische Finanzierungen größeren Ausmaßes in einer öffentlichen Debatte diskutiert sehen will.

OB Thomas Geisel versuchte hier zu parieren - es konnte endgültig noch nicht beurteilt werden, ob ihn mehr das Tendenziöse in den Fragestellungen oder der sachliche Inhalt irritierte. Jedenfalls "räumte" er genervt gleich zu Beginn das "Aufregerthema", er wäre für einen Abriß des Schauspielhauses, "vom Tisch".
Er bezeichnete das Schauspielhaus als einen "städtebaulichen Leuchturm", den es zu erhalten gelte.

Architekt Ingenhoven blieb vorerst angemessen sachlich und trug zur Aufklärung einiger Detailfragen bei. Er erläuterte das duchaus "große" Werk des Schauspielhaus Architekten Pfau - dessen Werk er im Gegensatz zu der herkömmlichen Nachkriegsarchitektur als herausragend bezeichnete: Das "Schauspielhaus als Repräsentant einer herausragenden Nachkriegsarchitektur" - es handele sich gegenüber der konventionellen Architektur um eine "vorsichtigere, tastendere, amorphere Architektur - eine sich bewußt um ein demokratisch architektonisches Verständnis bemühende Architektur".

Staatssekretär Bernd Neuendorf erklärte, dass für ihn die "Denkvorstösse" des OBs "überraschend" waren, die Sachlage aber in nachgelagerten Gespräche geklärt werden konnte. Er verwies darauf, dass man sich schon vor einem Jahr auf einen "5 Punkte Plan" geeinigt hätte, und das dieser Plan den Bestand des Schauspielhauses vorsähe. Die erste Sanierungsphase würde von der Landesregierung mitgetragen.

no iframe tech

advertisement ?