Alain Bieber – Jaap Blonk 1

Auch Stille kann Zugaben erzwingen
Düsseldorf. Im Haus der Universität wurde der Geburt von Dada vor 100 Jahren gedacht. Von Thomas Hag

Hundert Jahre ist es her, dass sich in der Zürcher Kneipe Cabaret Voltaire schräge Vögel trafen. Lautgedichte, parodistische Manifeste und Lust am Unsinn verbanden sie. Die Künstler tanzten unter dem Namen Dada nur wenige Sommer lang, doch ihr Einfluss blieb enorm. Denn die radikalen Positionen, die Dada vertrat, fanden auch Jahrzehnte später noch ihren Widerhall,

Jetzt, zum 100-Jahr-Jubiläum, wird der wilden Mixtur verstärkt gedacht, so auch im Haus der Universität. Und weil es so nahe liegt, gedachte man auch des französischen Komponisten Erik Satie, der jetzt 150 Jahren würde. Das passt zusammen, denn beide pflegten einen stilbildenden Umgang mit der Avantgarde; hinter dem Spielerischen, ja fast heiteren Ansatz verbirgt sich ein tiefes Misstrauen gegenüber den etablierten Künstlern, die mit dem Ersten Weltkrieg ihre Unschuld verloren hatten. Am Anfang steht das gesprochene Wort, genauer gesagt die Prélude, unter anderen mit Karin Füllner vom Heine Institut. Jaap Blonk hat die Dada-Dichtung ins Hier und Jetzt gerettet, Virtuosität lässt die Gedanken an Museumsstücke verfliegen. Obwohl, einlassen muss man sich schon, will man die „Wut des Niesens“ von Kurt Schwitters goutieren. Auch lernte man Satie und seine Zeitgenossen kennen und war erstaunt, welche Einflüsse sich hier zeigen, etwa in den Kompositionen Erwin Schulhoffs. „Ragtime“ übernimmt populäre Strukturen, aber wie trunken rollt das Klavier (Yaoxin Chen) vor sich her! Populäre Melodik und das Aufbrechen der alten Strukturen stehen nebeneinander. Vor der Pause gibt Jun Zhao (Klavier) ein Stück von John Cage, das den Einfluss von Dada auf die Avantgarde zeigt. 4´33 besteht aus Nichts, aus Stille und wurde von den Zuhörern im Geist der Geste mit „Zugabe“-Rufen bedacht.

Überhaupt lassen sich viele Spuren finden. So hieß eine Elektronikband aus England Cabaret Voltaire, spielten die Talking Heads „I Zimbra“ nach einem Text von Hugo Ball. Von Satie stammt die „möblierte Musik“, die bei Brian Eno als „Ambient music“ auftaucht. Und das Ausschneiden gedruckter Texte, wie sie Tristan Tzara empfahl, findet sich in den Cut-up-Texten eines William S. Burroughs wieder.

Ein Mann für digitale Querschnitte
Düsseldorf. Alain Bieber, Leiter des NRW-Forums, stellte sich im Heine-Institut vor. Von Claus Clemens

Seit April 2015 ist Alain Bieber künstlerischer Leiter und Direktor des NRW-Forums. Und er will Gerüchte über Schließungen am Ehrenhof dauerhaft verbannen. „Das NRW-Forum ist ein internationales Kulturzentrum mit den Schwerpunkten zeitgenössische Fotografie, Kunst, Design, Architektur, Popkultur und Kreativwirtschaft – eine lebendige Ideenfabrik für die ganze Familie.“ So heißt es im Internetauftritt des Hauses. Jetzt stellte sich der 1978 in Wesel geborene Deutsch-Franzose im Heine-Institut den Fragen von Sabine Brenner-Wilczek in der Reihe „Eine Stunde mit…“

Das Ausplaudern persönlicher Details liegt Bieber nicht sehr. In Kürze: Rhetorikstudium in Tübingen am Lehrstuhl von Walter Jens, literarische Vorlieben bei Celan und Kafka, eher geringe Kenntnis vom Werk Heines. Lebendiger wird der frühere „Arte“- Journalist bei seiner Arbeit im NRW-Forum. Dem Kassenpersonal bot er an, auf Pullovern Berufe zu reklamieren, die nicht der Wahrheit entsprechen – so die Bezeichnung „Direktor“. Er selbst trug damals einen Pullover mit Katze.

„Militär, Sex und Katzen haben das Internet groß gemacht“, weiß Bieber und kündigt noch für Februar ein „Catvideo“-Festival an. Beworben wird es mit einem Foto, auf dem sich ein rötlich-hell gestreifter Kater selbstbewusst auf einem grünen Plastikstuhl fläzt. Das Festival wird, in Kooperation mit der „Rheinischen Post, mit der Verleihung des „Golden Kitty Award“ enden. Die neue monatliche Veranstaltungsreihe „Internetstadl“ soll in die digitale Zukunft einführen. Yami-Ichi, Cat Content, Trailblazers, Bring Your Own Beamer, Soylent? Wem diese Begriffe Neuland sind, dem kann geholfen werden. „Einmal im Monat können Besucher den Kitsch, den Spaß, den Wahnsinn, die Innovation und Genialität digitaler Querdenker erleben“, verspricht der Leiter. Bieber begreift digitale Kunst als psychologische Maßnahme.

Zunächst wird es am Ehrenhof um große Fotografie gehen. Vom 12. Februar an wird die Ausstellung „Horst – Photographer of Style“ Arbeiten von Horst P. Horst zeigen. Der 1999 gestorbene Fotograf wurde durch seine Fotos für die „Vogue“ und für Porträts berühmter Zeitgenossen bekannt.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/kultur/auch-stille-kann-zugaben-erzwingen-aid-1.5739384
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/kultur/ein-mann-fuer-digitale-querschnitte-aid-1.5739383
https://www.carlstadt.de/eine-stunde-mitalain-bieber-im-heinrich-heine-institut-02-februar-2016/

Bieber Alain | NRW-Forum Düsseldorf | Dada mit Blonk und Alain

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Expanded Journalism NRW Forum Düsseldorf und Alain Bieber im Weltkunstzimmer

Expanded Journalism im NRW Forum Düsseldorf und Alain Bieber im Weltkunstzimmer – Mittwoch, 22. April, 19 Uhr

Expanded Journalism – Kunst im Fernseh- und Online- Journalismus Alain Bieber im Gespräch mit Sabine Maria Schmidt Alain Bieber (geb. 1978) ist deutsch-französischer Journalist, Autor, Kurator für zeitgenössische Kunst und Chefredakteur von ARTE Creative. Ab dem 1. April 2015 ist er als künstlerischer Leiter des NRW-Forum Düsseldorf tätig.
Sabine Maria Schmidt ist Kunsthistorikerin, Lehrbeauftragte und Kunstkritikerin und war seit 1997 an verschiedenen Museen (u.A. Kunsthalle Bremen, Lehmbruck Museum, Museum Folkwang) und als freiberufliche Kuratorin tätig. Seit dem 1. Februar unterstützt sie konzeptuell das Team im WELTKUNSTZIMMER.
http://weltkunstzimmer.de/weltkunstzimmer-home/details/news/neue-veranstaltungsreihe-im-weltkunstzimmer/;
http://www.wz-newsline.de/lokales/duesseldorf/alain-bieber-die-affen-selfies-sind-superlustig-1.1841313.
Alain Bieber: Die Affen-Selfies sind superlustig
Von Helga Meister
Alain Bieber will mit seinen Ausstellungen vor allem den Besuchern viel Spaß machen.
Alain Bieber hat, wenn er redet, oft sein Laptop bei sich. Er ist mit den neuen Medien aufgewachsen und will sie in Düsseldorf fördern.
Alain Bieber hat, wenn er redet, oft sein Laptop bei sich. Er ist mit den neuen Medien aufgewachsen und will sie in Düsseldorf fördern. David Young Alain Bieber hat, wenn er redet, oft sein Laptop bei sich. Er ist mit den neuen Medien aufgewachsen und will sie in Düsseldorf fördern. Düsseldorf. Ab April ist Alain Bieber, Jg. 1978, Leiter des NRW-Forums. Der Sohn einer Französin und eines Deutschen ist gleichsam seit seiner Geburt vernetzt. Digitale Trends, internationale Partnerschaften und ein Museum ohne Langeweile will er am Ehrenhof schaffen. Angefangen hat er it Kissenschlachten und einem Streetartmusical.

Ein Gespräch.
WZ: Herr Bieber, Sie haben sich 2006 bei Spencer Tunick im Ehrenhof nackt eingebracht.
Sie lieben Events?
Alain Bieber: Ja, ich war 28 Jahre alt und im Volontariat bei der Zeitschrift Max in Hamburg und habe über die Aktion eine Reportage geschrieben. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, weil es extrem kalt war. Aber man kam sofort ins Gespräch mit den Leuten. Das einzige Problem war, dass ich, so nackt wie ich war, keinen Block und keinen Stift hatte.
Die Aktion lief über das Museum Kunstpalast. Werden sie zusammenarbeiten?
Bieber: Kooperationen sind superwichtig. Ich habe schon die Anfrage der Tonhalle, ob man zum New Fall Festival, das u.a. in der Tonhalle stattfindet, etwas zusammenmachen kann. Der Deutsch-Franzose, Jg. 1978, ist ab 1. April künstlerischer Leiter des NRW-Forums. Bis März ist er Chefredakteuer des TV-Senders Arte Creativ in Straßburg. Zuvor war er Ressortleiter Magazin und Online-Chef beim Kunstmagazin ART.
Bei Ihrem Auftritt im Internet lieben Sie Vokabeln wie Rebel Art, Culture Jamming, Adbusting, Hacktivisten und Net Aktivisten. Wollen Sie die Guerilla-Bewegung nach Düsseldorf bringen?
Sie starteten als illegaler Kurator. Was haben Sie da gemacht? Und wie sehen Sie sich jetzt als Kurator?
Bieber: Es ist ja relativ schwer, die jungen Menschen in die Museen zu holen. Ich gehe einfach dahin, wo die Leute sind. Ich habe eine Indoor-Aktion mit Künstlern im Hamburger Max Bahr-Baumarkt gemacht. Aus dem Material vor Ort wurden Skulpturen. Die Aktion war nicht angemeldet.
Gab es legale Ausstellungen?
Bieber: Natürlich, u.a. am Haus für Elektronische Künste in Basel habe ich eine spielbare Gruppenausstellung mit Arcade-Maschinen organisiert.
Was sagen Sie zur hiesigen Medienkunstszene?
Bieber: In diesem Bereich passiert in Düsseldorf sehr wenig. Da kann ich viel einbringen.
Bei Ihrem Streetartmusical in Hamburg gab es Ärger. Was war da los?
Bieber: Der Künstler Bronco hatte einen Text, den ich mit richtigen Musical-Darstellern in Hamburg aufgeführt habe. Wir hatten falsche Polizisten zum Mitspielen. Das sorgte etwas für Verwirrung auf der Straße. Solche Fun-Projekte realisierte ich in meiner Freizeit.
Sie sprechen gern von der Spaßkultur. Was wollen Sie?
Bieber: Das Leben muss Spaß machen. Ich möchte Spaß haben und Spaß bringen. Kunst und Kultur kommen oft zu elitär, für viele abstoßend daher, weil die Intellektuellen zu verkopft sind. Ich meine, die Verpackung kann poppig sein, aber der Inhalt kann sehr anspruchsvoll sein.
Für jeden etwas? Wie wollen Sie das machen?
Bieber: Wir haben „Selfie“ als leicht klingendes Oberthema für meine Ausstellung am 19. September. Das Thema lockt an. Aber dahinter stecken andere Themen, zur Selbstinszenierung im Netz, zur digitalen Identität.
Etwas konkreter?

Expanded Journalism mit Bieber Alain im Weltkunstzimmer NRW-Forum

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Expanded Journalism Ausstellungen 1978 Alain Bieber

Werner Lippert NRW Forum Düsseldorf Kraftwerk Roboter Photos cultrd tv

Vom 12. bis 30. Januar 2013 zeigte Werner Lippert im NRW-Forum Düsseldorf Photo Arbeiten zu Kraftwerk Roboter – Arbeiten des Fotografen Peter Boettcher der seit 20 Jahren die Auftritte von Kraftwerk dokumentiert Die ausgestellten Bilder entsprechen nicht dem gängigen Klischee der Musik- oder Rock-Fotografie Backstage Aufnahmen private Portraits der Protagonisten ekstatische Momentaufnahmen tobendes Publikum — all das ist in Peter Boettchers Aufnahmen nicht zu finden Unter dem Titel Kraftwerk Roboter sind mehr als 30 zum Teil großformatige Arbeiten zu dem zentralen Kraftwerk-Thema versammelt der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine Ralf Hütter Mitbegründer und Texter des elektronischen Musik-Projekts Kraftwerk beschreibt es in einem Essay so Es fühlt sich gut an Teil der Maschine zu sein Es ist ein befreiendes Gefühl Auch weil ich mich selbst als Individuum zurückstelle Wir spielen die Maschinen und die Maschinen spielen uns Boettchers Portraits der Roboter und seine Fotografien der Bühnenauftritte bei Konzerten in aller Welt atmen die Präsenz des Kraftwerk-Universums Mit einer Reduktion der Formen und Farben der grafischen Strenge der Aufnahmen und der konsequenten Verwendung der Zentralperspektive bei den Konzertaufnahmen fängt Peter Boettcher die Bildwelt von Kraftwerk kongenial ein Entstanden sind so Fotografien von einer fast monumentalen Klarheit und Konzentration Bilder bei deren Betrachtung man die Musik von Kraftwerk zu hören glaubt den Takt spürt und fast wie ferngesteuert unwillkürlich die dazugehörigen Textzeilen im Kopf zu singen beginnt Wir sind die Roboter — —- Bilder die den Betrachter immer wieder zweimal schauen lassen um sicher zu gehen was er nun wirklich sieht die Musiker oder ihre Roboter und die ihn begreifen lassen dass diese Differenzierung schlussendlich vollkommen unerheblich ist Boettchers dokumentarische Fotografien tragen ohne Zweifel viel zum Image-System von Kraftwerk bei Seit ihren Anfängen 1970 hat Kraftwerk eine unabhängige und eigenständige Bilderwelt entwickelt und vertiefte und verfeinerte diese im Laufe der Zeit Die Musiker verstehen sich als Musik-Arbeiter oder Techniker als Teil eines Systems — Ralf Hütter sagt hierzu Schon früher haben wir bei Konzerten manchmal die Bühne verlassen und die Leute tanzten weiter Das war die Idee Der Musiker zieht sich zurück oder schafft sich sogar ab Die Musik spielt sich selbst wird Teil eines weltweit vernetzten Systems verbreitet sich wie ein Virus Dass die Roboter als Alter Ego bei Presseauftritten und vor allem bei Konzerten an Stelle der wirklichen Musiker auftreten ist in diesem Sinne nur logisch Kraftwerks zentrales Thema ist das Schaffen von Klang Bildern — Ihre Auftritte finden heute vor atemberaubenden synchron- gesteuerten 3D-Projektionen auf die Bühnenrückwand statt und tauchen das Publikum in den Fluss der Musik die sich aus sich selber heraus fort und fort zu entwickeln scheint Seit ihren Performances auf der Biennale von Venedig im Jahre 2005 der 3 -D Video -Installation im Kunstbau des Lenbachhauses München 2011 und der Retrospektive im New Yorker Museum of Modern Art im April dieses Jahres wird im Kunstkontext wahrgenommen dass Kraftwerk ein audio-visuelles Gesamtkunstwerk darstellt — Peter Boettcher ist ihr fotografischer Chronist Die Ausstellung wird unterstützt von den Stadtwerken Düsseldorf http www nrw-forum de kraftwerk roboter

Kraftwerk und Roboter mit Werner Lippert und Peter Boettcher

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Fotografie im NRW Forum – Musik Bild Boettcher und Musiker

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Die Stadtwerke Düsseldorf mit Rainer Pennekamp im Vorstand betreiben intensives Kultur sponsoring z B im Verbund mit der Techno-Pop Gruppe Kraftwerk im NRW Forum Düsseldorf Energie Kommunikation Sport Kunst und Kultur Bei den Stadtwerken Düsseldorf gehören diese Begriffe zusammen denn Sport Kunst und Kultur sind wie kaum ein anderes Mittel dazu geeignet den Dialog mit dem Unternehmensumfeld zu fördern und kreative Impulse aufzunehmen Sport Seit einigen Jahren sind die Stadtwerke Düsseldorf als größter Förderer des Stadtsportbundes SSB Offizieller Partner des Düsseldorfer Sports was insbesondere dem Breitensport zu Gute kommt Immerhin vertritt der SSB heute rund 113.000 Sportlerinnen und Sportler in mehr als 380 Mitgliedsvereinen Als Titelsponsor des Kö-Laufs sorgen die Stadtwerke dafür dass nicht nur der große Durst der Läuferinnen und Läufer gestillt wird sondern dass eine attraktive Laufsportveranstaltung in Düsseldorf durchgeführt werden kann Neben der Unterstützung für die Profis wie Fortuna Düsseldorf und die DEG ist es den Stadtwerken immer wichtig gewesen den Nachwuchs zu fördern Fuß- und Handball-Camps meist in Kooperation mit den Großen stoßen immer wieder auf riesiges Interesse Kunst und Kultur Die Stadtwerke Düsseldorf sind offizieller Partner des Düsseldorfer Kunstvereins und der Kunsthalle der Heinrich-Heine-Gesellschaft und des Literaturbüros NRW Zusätzlich unterstützen wir zahlreiche weitere Kultureinrichtungen in der Landeshauptstadt und in der Region die Jazzschmiede oder die Aktion Kunstpunkte http www swd-ag de unternehmen sponsoring index php

Rainer Pennekamp von Stadtwerke Düsseldorf als Titelsponsor

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